Das neue halbautomatische Melksystem von GEA verbindet die Vorteile eines konventionellen Melkstands mit der Leistungsfähigkeit eines automatisierten Melkprozesses. Ziel ist es, Betrieben die Nutzung bestehender Anlagen weitgehend zu ermöglichen und gleichzeitig die Effizienz und Prozessqualität der Melkroutine zu steigern.
Viele Betriebe stehen vor der Herausforderung, Arbeitsabläufe im konventionellen Melkstand weiter zu automatisieren, ohne bestehende Anlagen ersetzen zu müssen. Gleichzeitig gewinnen eine konsistente Melkroutine sowie eine hohe Milchqualität und Hygiene zunehmend an Bedeutung. Mit DairyProX präsentiert GEA auf der diesjährigen EuroTier eine neue Lösung für genau diese Anforderungen. Das halbautomatische Melksystem wurde für konventionelle Melkstände mit Unterkellerung entwickelt. Während das Melkpersonal das Melkzeug weiterhin manuell ansetzt, übernimmt die GEA In-Liner-Everything-Technologie selbständig weite Teile der Melkroutine direkt im Melkbecher.
Automatisierung durch In-Liner-Everything-Technologie
Für die Automatisierung der Melkroutine setzt DairyProX auf die GEA In-Liner-Everything-Technologie, die sich bereits in den vollautomatischen Melksystemen von GEA bewährt hat. Dabei erfolgt das Ansetzen des Melkzeuges mit DairyProX-Systemen manuell, während durch In-Liner-Everything weite Teile der Routine selbstständig im Zitzenbecher übernommen werden. Das kann über die Stimulation, die Zitzenreinigung, Dippvorgänge sowie Melkprozesse bis hin zur abschließenden Spülung der Melkbecher reichen.
Die automatisierte Melkroutine unterstützt eine gleichbleibende Melkqualität und Hygiene, unabhängig von individuellen Unterschieden in der manuellen Durchführung. Eine konsistente Stimulation und Melkvorbereitung kann zudem den Milchfluss fördern und die Eutergesundheit sowie die Kondition der Zitzen unterstützen. Für Betriebe, die ihre Abläufe weiter automatisieren möchten, bietet DairyProX damit die Möglichkeit, Melkprozesse effizienter, standardisierter und reproduzierbarer zu gestalten.
Praxisnutzen für konventionelle Melkstände mit Unterkellerung
Erste Erfahrungen aus US-Pilotbetrieben zeigen, dass GEA DairyProX die Leistung konventioneller Melksysteme in mehreren zentralen Bereichen verbessern kann. Mit dem neuen System konnten Pilotbetriebe den Personalbedarf im Melkstand nahezu halbieren, während im gleichen Melkstand mehr als ein Drittel mehr Kühe gemolken werden konnten. Die Pilotdaten weisen zudem auf kürzere Gesamtmelkzeiten, eine Verringerung der somatischen Zellzahl um bis zu 30 Prozent sowie einen leichten Rückgang der Mastitisfälle hin. Diese Ergebnisse unterstützen die ursprünglichen Ziele der Betriebe: den Arbeitsaufwand zu reduzieren, den Kuhdurchsatz zu halten oder zu erhöhen und Milchqualitätskennzahlen zu verbessern.
Vom Rollout in Nordamerika zur weiteren Entwicklung
GEA DairyProX wird zunächst in Nordamerika für definierte Melkstände mit Unterkellerung eingeführt. Die Erfahrungen aus den US-Pilotbetrieben und der Markteinführung in Nordamerika bilden für GEA eine praxisnahe Grundlage, um zu bewerten, wie sich halbautomatisches Melken für weitere Melksysteme und Regionen weltweit weiterentwickeln lässt. Zusammen mit der breiten GEA-Expertise in automatischen und konventionellen Melksystemen helfen diese Erkenntnisse dabei, unterschiedliche regulatorische Anforderungen und Systemkonfigurationen richtig einzuordnen – und so das langfristige Ziel von GEA zu unterstützen, DairyProX für Betriebe weltweit zugänglich zu machen.
GEA stellt das DairyProX-System auf der diesjährigen EuroTier vom 10. bis 13. November 2026 in Hannover in Halle 13, Stand C25 aus.